Multitracerversuche zur Erforschung der Pestizidtransformation im norddeutschen Tiefland (Jan Greiwe)

Problemstellung

Im Tiefland-EZG der Kielstau südöstlich von Flensburg stellen Drainagen und lateraler Abfluss aus landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen (Raps, Getreide, Mais) die Haupteintragspfade für Pestizide und ihre Transformationsprodukte in Oberflächengewässer dar. Das 50 km² große EZG liegt im Norden Schleswig-Holsteins südöstlich der Stadt Flensburg und ist ein typischer Vertreter für das norddeutsche Tiefland. Am Gebietsauslass (Pegel Soltfeld) liegen langjährige Daten zum Pestizidaustrag vor. Die dominierenden Bodentypen im Einzugsgebiet sind Pseudogleye, in den Flusstälern finden sich moorige Böden. Aktuell werden an verschiedenen Orten von Projektpartnern der Universität Kiel Transformationsprozesse der zwei Hauptpestizide Fluefenacet und Metazachlor untersucht. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem Retentionsteich, der von einer Drainage gespeist wird, einen oberirdischen Auslauf hat und auch mit dem Grundwasser in Verbindung steht. Proben im Einlauf, im Wasserkörper und im Auslass wurden zur Hauptapplikationszeit der Pestizide im Herbst/Winter gezogen und analysiert. Zusätzlich wurde eine nahegelegene Grundwassermessstelle beprobt. Vor allem diese Untersuchungen sollen mit Multitracerversuchen unterstützt werden, wobei es vornehmlich um die Erforschung von Transformationsprozessen im Gewässer und der Interaktion zwischen oberflächennahem Grundwasser und Oberflächenwasser geht.

Ziel der Arbeit

Über Multitracerversuche sollen Prozesse bei der Transformation von Pestiziden untersucht werden. Hierbei werden konservative und nicht-konservative Tracer kombiniert.

Methode

Im Rahmen einer 1-wöchigen Intensivkampagne (voraussichtlich Anfang Juni 2016) werden an verschiedenen Orten im Einzugsgebiet Kielstau Multitracerversuche durchgeführt. Dies geschieht in enger Absprache mit den Projektpartnern und zusammen mit Studierenden der Universität Kiel. Zum Einsatz kommen klassische Fluoreszenztracer (Uranin, Sulforhodamin, Naphtionat), der Smart-Tracer Resazurin, Bromid, sowie Nitrat und Chlorid. Neben klassischer Beprobung werden sämtliche Geräte zur kontinuierlichen Tracer- und Wasserqualitätsmessung eingesetzt. Die Ergebnisse werden mit vorhandenen Beprobungen zu Pestiziden und deren Transformationsprodukten in Beziehung gesetzt.

Betreuung

Jens Lange und Uta Ullrich, Nicola Fohrer (Universität Kiel)

Kontakt

Jens Lange jens.lange@hydrology.uni-freiburg.de

Herausforderung

Durchführung und Auswertung von Multitracerversuchen zur Prozessforschung bei der Transformation von Pestiziden.

Sprache

Deutsch oder Englisch